Im Jahre 1912 treffen sich einige tatkräftige Männer, um die Vereinsreiterei in Geestenseth ins Leben zu rufen. Es sind Nikolaus Ahrens, Hermann Cordes, Otto Döscher, Georg Ficken, Heinrich Fuseler, Friedrich Garms, Dietrich von Glahn, Hinrich Lührs, Nikolaus Lührs, Christoph Otten, Johann Otten und Johann Steffens. Sie wählen Nikolaus Lührs im Jahre 1913 zum ersten Vorsitzenden und Hinrich Lührs zum ersten Reitmeister des Vereins.

 

Zu den ersten öffentlichen Auftritten des jungen Vereins gehören Umzüge zu Pferde, die anlässlich der Geburtstagsfeierlichkeiten für den Kaiser durchgeführt werden. Zu diesem Zweck wird einheitliches Reitzeug, zunächst eine Reithose, beschafft. Am 24. Mai 1914 findet das erste protokollarisch erwähnte Ringreiten statt, an dessen Ende die Siegerehrung, die sogenannte Krönung, steht. Als Krönungsdamen werden unverheiratete Damen aus Geestenseth und den umliegenden Dörfern bestimmt. Den Ausklang des sportlichen Wettkampfes und gleichzeitig einen der gesellschaftlichen Höhepunkte im dörflichen Leben bildet der Reiterball.

 

Der Eintritt des Deutschen Reiches in den ersten Weltkrieg am 01.08.1914 bringt das Vereinsleben jäh zum Erliegen. Viele Reiterkameraden müssen ins Feld, und so mancher kehrt nicht mehr zurück. Gleich nach dem Ende des ersten Weltkrieges am 1. Pfingsttag des Jahres 1919, einem der schlimmsten Nachkriegsjahre, findet ein Ringreiten statt, das mit einem gemeinsamen Essen endet. Zum Gelingen dieses „Festmahls“ hat jeder Reiter ein Dutzend Eier beizusteuern. Die Vereinswirtin, Frau Garms, verpflichtet sich, hieraus eine schmackhafte Mahlzeit zu bereiten. Der Reiterkönig spendiert 8, der Vizekönig 5 und der 3. Gewinner 4 Flaschen Wein.

 

Am 17.01.1931 tritt der Verein vorläufig zum letzten Mal unter der Bezeichnung „Reitverein Leichttrab Geestenseth“ in Erscheinung. Die Ära des Dritten Reiches geht auch am Geestensether Reitverein nicht spurlos vorüber. Der Vereinsname wird geändert in „Reitverein Lützow“. Das erste Protokoll unter dem neuen Namen ist vom 1. September 1934. Auf Drängen der NSDAP wird der örtliche SA-Reiterführer mit in den Vorstand gewählt. Da ein Start auf öffentlichen Reitveranstaltungen in dieser Zeit nur für Angehörige des SA-Reitersturms in Uniform möglich ist, treten viele Vereinsmitglieder dieser Organisation bei.

 

In den Jahren 1934 bis 1938 leitet Tönjes Haxsen als Vereinsführer die Geschicke des Reitvereins, bis er im Jahre 1938 sein Amt an Hinrich Döscher abgibt, der es in den darauffolgenden 25 Jahren mit großer Tatkraft und Umsicht ausführt. 

Der zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) hinterlässt tiefe Wunden auch im Geestensether Reitverein. In dieser Zeit ruht das Vereinsleben vollständig. Erst im Jahr 1948 wird wieder mit Reitstunden begonnen. Das erste Turnier nach dem zweiten Weltkrieg findet im gleichen Jahr mitten in Geestenseth auf der Weide von Christoph Ahrens statt. Im Jahr 1949 findet eine Standartenweihe (siehe Bild links) und die erste Fahrt zur Hengstparade statt.

Der Vereinsname wird im Jahr 1950 in Reitverein „Leichttrab“ Geestenseth und Umgebung geändert. Ein neuer Turnierplatz entsteht auf Christoph Ahrens Heidefläche auf dem Löh. Er wird 1950 fertiggestellt, so dass hier im gleichen Jahr das erste Kreisturnier nach dem Kriege durchgeführt werden kann. 

 

Im Jahre 1954 tritt der Verein dem Deutschen Sportbund bei. Es werden auch wieder Umzüge zu Pferde vorgenommen. Um die Geselligkeit innerhalb des Vereins zu pflegen, wird eine Reise in den Harz unternommen. Die Übernachtungskosten zahlt der Verein. 

 

Die Feiern zum 50-jährigen Jubiläum des Reitvereins finden im Jahre 1962 statt.